Was bisher geschah
Vorbereitung Juni 30th, 2009Hey, Hallo – Was geht?! Willst du wissen wie wir beide, Felix und ich, eigentlich dazu gekommen sind nach Guatemala zu fahren – mit dieser kleinen Organisation mit dem langen Namen? Was es mit dem Frustrationsteufel auf sich hat? Welchen Platz Guatemala in der Mord-Rate Lateinamerikas einnimmt? Was es mit Männerballet auf sich hat?
Dann ist dieser Flashback hier genau das Richtige für dich!
Bewerbung:
Als wir uns entschieden für ein Jahr im Ausland einen Freiwilligendienst zu verrichten, wussten wir noch nicht viel von Guatemala und dieser kleinen Organisation mit dem langen Namen.
Wir suchten nach einer Organistion und verliebten uns schnell in die Weltweite Initiative für Soziales Engagement (kurz Wi). Besonders ihre Einstellung, ihre Jugendlichkeit (und ein bemerkenswerter Song) beeindruckten uns.
Besonderer Song:
Wir beide verschickten unsere Bewerbungen – Felix etwas früher, ich etwas sehr später – ab :)
Zum Glück bekamen wir beide eine Einladung zu einem Auswahlseminar in Berlin kurz nach Beendigung unseres schriftlichen Abiturs.
Auswahlseminar Berlin
Also gings direkt nach dem Abi, einer durchzechten Nacht im Waldhaus mit anschließendem Frühstück auf dem Lehrerparkplatz nach Berlin.
Dort wartete ein Wochenende der besonderen Art auf uns: Zwei Auswahl-Gespräche (eins zur Persönlichkeit, das andere zur Eignung), eine möglichst einwandfreie Planung und Durchführung eines Musicals zu dem Thema Aids-Aufklärung, jede Menge Vorträge über die Projekte, die Organisation, das Fundraising und einem wunderschönen Abend in dem die verschiedenen Gruppen ihre Erebnisse vortrugen. Felix und ich waren in der Musiker-Gruppe. Ich muss zugeben ich dachte anfangs, das wäre kontra produktiv, mich in die Musiker-Gruppe zu stecken – ich, der außer Blockflöte nur ein kleines Gitarren-Intermezzo vorweisen konnte. Damals dachte ich, herausgefunden zu haben wie diese Triangel-Menschen zu ihrem Job gekommen sind :) Aber weit gefehlt – Ich lernte mehr oder weniger Cajon spielen und rappen (mit Felix und Anne). Leider konnte ich den Auftritt – aufgrund von Fieber in einem nie zuvor erlebtem Ausmaß- nicht miterleben. Jung wie wir waren blieben wir (Felix, Nico, Hannes, Hannah, Chiara) noch einige Tage in Berlin. Die einzige Person die mich wirklich ankotzte war der Frustrationsteufel – das war aber auch seine Aufgabe. Er wurde ausgesucht und konnte die Menschen zu allem zwingen. Ich wurde dazu gezwungen im stehen meinen Spanisch-Test zu absolvieren, mit einer Gabel meine Suppe zu essen und mich öfters hinten in der Reihe anzustellen. Danke nochmals :) Gut, auch das machte pädagogisch Sinn – es sollte uns auf mögliche Frustrationen im Ausland vorbereiten gegen die wir nichts unternehmen können werden.
Nach kurzer Zeit kamen die Ergebnisse (ich): Im Passungsgespräch: Bester, bei dem Bio-Gespräch soll ich mich aber nicht so geöffnet haben - so der Eindruck.
Deswegen wurden Felix und ich auf die fordersten Nachrückerplätze verwiesen – wie Hannah, Chiara und andere auch. Ich glaube, dass die Hälfte der jetzigen Freiwilligen alle auf dem 2. Nachrückerplatz standen :)
Nach einiger Zeit war klar: Felix und ich werden nach Coban, Guatemala fahren.
So informierten wir uns über dieses kleine Land mit seinen knapp 13 Millionen Einwohnern südlich von Mexico.
Guatemala-Gruppe Deutschlands:
Weswegen wir auch auf das dreitägige Guatemala-Treffen fuhren und dort unseren Länderkoordinator trafen: Maik.
Bei dem Treffen konnten wir viel über die Probleme Guatemalas erfahren. Wir erfuhren in welchem Kontext Jugendbanden, Drogenkartelle, Machismus, Unfähigkeit des Staatsapperates, Korruption, internationale Firmen (danke Coca-Cola!) miteinander stehen. Dabei hat Guatemal die höchste Mord-Rate Lateinamerikas. Mir viel dabei oft auf, welch große Analogien zwischen der Situation hier und in Guatemala bestehen.
Uns wurde aber auch etwas von den schönen Seiten Guatemalas rübergrebracht: die Freundlichkeit der Menschen, die Schönheit der Natur, das Essen, die Einmaligkeit der dort lebenden Bevölkerung und vieles Mehr.
Deswegen gingen wir dort auch die ersten Male, mit (Info)Schild und Sammelbüchse bewaffnet, Spenden sammeln.
Vortreffen in Obersulm:
Eine Woche danach zog es uns auch sofort zu dem VT von Wi nach Obersulm. Wir ließen dafür einen Teil unserer Abireise sausen. Aber es lohnte sich! Felix und ich sind die einzigen die nach Guatemala fahren und naja so gestaltete sich die Vorstellungsrunde kurz. Wir unternahmen allerdings viel mit der Nica-Gruppe. So auch das schlafen unter freiem Himmel am Breitenauer-See (oder zumindest in der nähe) oder die coole Stift-vorstellungsrunde. Wir absolvierten aber auch jede Menge Workshops: 1. Wi eV. und seine Vorstellungen von einem Auslandsdienst, 2. wie wir Kinder mit Spielen begeistern können, 3. Körpersprache und andere Kulturen sowie 4. Selbstreflexion – was will ich in diesem Jahr. Wir konnten auch entscheiden zu welcher Gruppe wir bei den Soliaktionen gehören wollten: Akrobatik und Clownerie, Singen, Impro-Theater und (natürlich) Männerballet. Wir entschieden uns für das Männerballet und wurden von zwei wunderbaren Mädels gecoacht. Dazu begeisterten Felix und ich noch das Publikum mit eine Impro-Einlage beim Länderabend und erfuhren vor allem von Maik etwas über unsere Projekte. Felix wird vorraussichtlich ins El Pastoral gehen und ich in die Comunidad Esperanza.
Jahrgang 09/10:
Aktionen:
Nach dem VT gingen wir noch zwei Mal nach Stuttgart, einmal zum Southside um Spenden zu sammeln. Außerdem waren wir bei der weltbesten Soliaktion in Stuttgart dabei.
Am Montag verkauften wir bei unserem Abischerz Waffeln für Guate.
Ihr könnt uns hoffentlich noch beim Abiball bewundern (Überraschung), beim Nuon Lichterfest, beim Tote-Hosen Konzert, beim Schloss-Feuerwerk und vielleicht noch bei anderen (soli) Aktionen treffen.
Diese Aktionen unternehmen wir, damit wir den Flug, Unterkunft und Verpflegung bezahlen können. Normalerweise gibt es zwar eine Förderung durch Weltwärts – aber die Herren aus Berlin haben entschieden, dass Guatemala zu hart für Jugendliche ist. Deswegen müssen wir uns besonders reinhängen. Wir werden allerdings unterstützt: wann immer eine Gruppe von Wi’ern eine Soliaktion startet kommt ein Teil uns zugute. Es ist schon ein komisches Gefühl wenn Menschen in Berlin, München oder irgendwo anders für einen auf der Straße spenden sammeln – Danke. Wie man sich genau dabei fühlt – davon gibts hier auch bald mehr.
So.
Das wars fürs erste von mir. Fragen, Anmerkungen und Diskussionen sind sehr erwünscht!



















Links