Guatemala

Guatemala hat eine lange Zeit des Leidens hinter sich: 30 Jahre Bürgerkrieg, gefolgt von Korruption, Rechtsunsicherheit, Armut und einem schwierigen Versöhnungsprozess. Hinzu kommt (v.a. in der Hauptstadt) das Auftreten von marodierenden, kriminellen Jugendbanden (sog. „Maras“).

Besonders Indigene werden auch heute noch massiv diskriminiert. Von Chancengleichheit kann keine Rede sein. Statt spielen, müssen Kinder arbeiten und so zum Unterhalt der Familie beitragen: sie verkaufen Kleinkram auf der Strasse, betteln oder knüpfen für einen Hungerlohn Schals und Ponchos („niños trabajadores“).

In Coban, eine indigen geprägte Provinzhauptstadt 300 km nördlich von Guatemala-Stadt, werden die sozialen Schwierigkeiten besonders

Comunidad Esperanza

Asosación Comunidad Esperanza: Programa de apoyo a niños y jóvenes en situación de riesgo (Gemeinschaft der Hoffnung: Programm zur Unterstützung von Kindern und Jugendlichen aus schwierigen Verhältnissen)
Die Comunidad Esperanza ist ein Bildungsprojekt das mit der Initiative des katholischen Pfarrers Padre Sergio startete, die Probleme der Familien die direkt bei und in der Umgebung der Mülldeponie Cobáns, Alta Verapaz, leben anzugehen. Bei der Müllhalde wurden die wirklich ärmsten Familien der Stadt mit Lebensmittel- und Sachgaben unterstützt, aber bald begann das Projekt Familien in ähnlicher Situation in Armenvierteln Cobáns zu helfen und weitete dann sein Aufgabengebiet aus. Jetzt wird hauptsächlich versucht mit Bildung und Erziehung Kindern und Jugendlichen aus sehr schlimmen Verhältnissen neue Perspektiven für ein besseres Leben zu geben und auch nachhaltig ihren Familien durch den Kontakt und der Einbindung in die „Gemeinschaft der Hoffnung“ zu helfen den Teufelskreis der Armut zu entrinnen.

Die Armut vieler Familien beruht vor allem auf dem Mangel an Bildung aber auch dem Fehlen überhaupt irgendeiner Ausbildung in einem Beruf. So arbeiten Väter und Mütter in schlecht bezahlten einfachen Jobs und schaffen es mit viel Aufwand gerade so die oft vielen Kinder und sich selbst zu versorgen. Dazu kommt, dass die Mehrheit der Familien ohne Anschluss an Fließendwasser und Strom leben und unter gesundheitlichen und internen familiären Problemen leiden. Viele Mütter müssen mit einem alkoholabhängigen Mann unter häuslicher Gewalt oder schlimmer als Witwe auskommen. Den Familien fehlt es an Allem und so bleibt auch oft kein Geld für die Schulbildung der Kinder übrig. Ebenso müssen Viele die Schule schon vorzeitig auf Grund von schlechten Leistungen verlassen oder beenden ihre Schullaufbahn früh. Das hängt vor allem auch mit der mangelhaften Qualität der Schulen insbesondere der schlechten Ausbildung der Lehrer zusammen, die mit veralteten Methoden den Unterricht für die Kinder weder interessant noch lehrreich gestalten.

Die Comunidad Esperanza versucht ausgewählten Schulkindern mit Nachmittagsunterricht und anderen erzieherischen Aktivitäten den Zugang zu Bildung zu vereinfachen und sie durch den schwierigen Schul- und Alltag zu lotsen. Dabei wird nicht nur Hausaufgabenhilfe und Prüfungsvorbereitung angeboten, sondern eine noch wichtigere Rolle spielt die Charakterbildung und die Vermittlung von Werten. Ebenso gibt es einen breiten Alphabetisierungsunterricht in dem Kinder und Jugendliche in verschieden Klassenstufen in ersten Stufen zunächst Lesen, Schreiben und Rechnen lernen, in den höheren Stufen mit normalen Schulfächern fast gleichwertig zu einer Grundschule unterricht werden. Ebenso finden neben Kindern aller Altersstufen auch Erwachsene in eigenen Gruppen der Alphabetisierung Zugang zu Bildung, der ihnen in ihrem bisherigen Leben versperrt geblieben ist. Die Kinder und Jugendliche werden zugleich mit ihren Familien medizinisch und psychologisch betreut und erhalten täglich eine ausgewogene Mahlzeit im Projekt. Neben der noch im Aufbau befindlichen projekteigenen Grundschule, gibt es eine Sekundärstufe, in der circa die ärmere Hälfte der Schüler mit Stipendien und der sehr wichtig gewordenen Nachmittagsbetreuung unterstützt werden. Die Jugendlichen werden hier mit gezielter Nachhilfe und vor allem durch sehr sinnvolle Nachmittagsaktivitäten betreut. Neben der Bildung kann mit einer Tanzgruppe, einer Fußballmannschaft, einem Chor, einer Schülerzeitungsgruppe und bald einem Theaterworkshop vor allem an den Charakteren der Jugendlich gearbeitet werden und ebenso werden auf eine besondere Weise wichtige Werte vermittelt. So wird versucht die Jugendlichen in ihrem Lebens- und Schulweg erfolgreich voran zu bringen und ihnen die Chance auf ein Leben außerhalb der Armut zu geben.
(Quelle: http://dermaik.wordpress.com )

El Pastoral de la Ninez

Das Pastoral ist eine nicht-staatliche, nichtkirchliche Kindertagesstätte, die mittels Bildung für Benachteiligte den Teufelskreis der Armut durchbrechen will:
Insgesamt 180 Kinder indigener Abstammung werden – soweit es geht – mit Schulbüchern und Stiften versorgt und bei ihren Hausaufgaben betreut. Nachhilfe erfordert viel Geduld, da viele Kinder schon am Alphabet scheitern. Darüber hinaus soll Sozialverhalten eingeübt und Freizeit sinnvoll gestaltet werden. Neben Kinderbetreuung spielt auch die Einbindung der Eltern, besonders der Mütter, eine wichtige Rolle. In regelmäßigen Elternversammlungen leistet die Direktorin Nelly Maldonado Rechtsberatung und gibt praktische Tipps für die Erziehung der Kinder.

Wir Freiwilligen unterstützen das Sozialprojekt, leiten die Nachhilfegruppen und helfen den Kindern bei den Hausaufgaben und Problemen in der Schule. Außerdem werden themenbezogen Sprachverständnis, Ausdruck, Meinungsbildung und Diskussionskultur gefördert. Bei der Arbeit mit den Kleineren steht die Alphabetisierung im Vordergrund. Das Projekt dient ferner den größeren Kindern als Anlaufstelle bei Problemen und Sorgen – und eine Alternative für das Leben auf der Straße.
Wir Freiwilligen werden uns um diese benachteiligten Kinder kümmern, mit ihnen spielen und auch ihre Familien besuchen. Jeden 2. Sonntag organisieren wir ein buntes Sport- und Freizeitprogramm für Kinder, das wir mit sinnvollen Aktivitäten füllen wollen (z.B. Fußball, Basketball, Schach, Jonglieren, Schulgarten, etc) und meist um ein Thema herum gruppieren wollen (Respekt, Vertrauen, Liebe, Fairness, etc.).
(Quelle: http://lena-in-guatemala.jimdo.com)